Neuer MOOC zum Hochwasserrisikomanagement

Ein neuer Massive Open Online Kurs (MOOC) zum Thema Hochwasserrisikomanagement adressiert das aktuelle Thema für “Otto-Normalverbraucher”.
Der sechswöchige Kurs, der ab dem 2. November auf der Plattform edX kostenfrei angeboten wird, wurde vom Leiter des UNESCO Lehrstuhls für Hydrologischen Wandel und Wasserressourcen-Management, Professor Heribert Nacken, und Professor Markus Disse von der Technischen Universität München erstellt. Die Einschreibung ist bereits geöffnet.

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HydroChange unterstützt weltweit erste Hochwasser-Olympiade

Die Sonne strahlte, der Rhein floss ruhig, keine Regenwolken am Himmel – trotzdem wurden auf dem Harry-Blum-Platz in Köln im Höchsttempo Hochwasserschutzsysteme aufgebaut. Es ging gegen die Zeit, aber nicht beim Katastrophenschutz, sondern bei einem Wettstreit. Das Hochwasser Kompetenz Centrum (HKC) feierte sein zehnjähriges Jubiläum neben einer Fachtagung mit einer Hochwasser-Olympiade.

Sechs Teams traten dazu gegeneinander an und mussten möglichst schnell verschiedene Hochwasserschutzsysteme auf- und wieder abbauen. Bei der auch vom UNESCO Lehrstuhl für Hydrologischen Wandel und Wasserressourcen-Management an der RWTH Aachen unterstützten Veranstaltung kämpfte das Team der Hochwasserprofs gegen die Mannschaften der Kölner Altstadtwirte und der Kölner Stadtentwässerungsbetriebe sowie drei Teams verschiedener Tagungsteilnehmer und des THW unter der Fahne des HKC.

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Zur Moderation von Mitinitiator Riku Vogt, dem ehemaligen Leiter der Hochwasserschutzzentrale der Stadt Köln, mussten in je maximal fünf Minuten acht verschiedene Stationen bewältigt werden – die in Köln eingesetzten mobilen Schutzwände, die Hochwasserschutzwände von “AquaBurg” und “AquaFence” , die Zylinder von “Aquariva“, die Schlauchsysteme von “Hydrobaffle“, “Mobildeich” und “Beaver” sowie  der virtuelle Aufbau der Kölner Schutzwand beim Serious Game “SeCom” .

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Köln am Computer retten – das Team der Altstadtwirte bei SeCom 2.0.

Der sportliche Aufbau- und Abbau sollte die verschiedenen Möglichkeiten der Systeme präsentieren, sowie ihre Vor- und Nachteile je nach Hochwassersituation und Ort. Daher unterschieden sie sich auch in Material, Aufbautechnik und Lagerung. Von AquaBurg zum Beispiel , das fest vor Ort installiert ist, standen sechs Meter auf einem Anhänger bereit, an denen das System hochgezogen werden musste. Daneben lag das zehn Meter lange orange Dämmelement von Beaver, das nach dem Aufpumpen von den Teams durch die Gegend getragen wurde. Während bei Kölns Hochwasserwand dicke Schrauben für Halt sorgen, arbeitet AquaFence, an dessen Station zu Demonstrationszwecken ein mit Wasser gefülltes Becken aufgebaut war, ohne lose Teile.

“Wir wollen die Angst vor mobilen Systemen nehmen”, erklärte Initiator Michael Czernetzki von AquaFence. Daher habe man auch den direkten Vergleich mit einem konventionellen Sandsackwall gezeigt, mit dem Hinweis, dass für 140 Säcke (2 m x 05) fünf Personen inklusive Befüllung eine Stunde Aufbauzeit benötigten. Da ging es an den Stationen deutlich schneller zu. Passend ausgerüstet mit T-Shirt, Helm und Handschuhen pumpten, steckten, bauten und klickten sich die Teilnehmenden in Minutenschnelle durch Auf- und Abbau der Systeme.

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Zufrieden mit der Jubiläumsveranstaltung: Jutta Lenz (stellvertretende Geschäftsführerin des HKC) und Georg Johann (Geschäftsführer des HKC).

“Ich hoffe, es ist nicht die letzte Hochwasser-Olympiade, es ist für alle interessant, die Systeme einmal aufzubauen“ , zog Volker Lüdicke, StEB-Abteilungsleiter Operativer Hochwasserschutz, ein positives Fazit. Der Meinung war auch Dr. Walter Wagenhuber von Mobildeich. „Es ist hervorragend, wenn alle Beteiligten wie zum Beispiel die Hochwasserprofs so ein System mal in der Hand haben. Nichts ist besser, als es selbst zu machen“, meinte er mit Blick auf das Team der Altstadtwirte, das den Aufbau seines Schlauchsystems mit dem Befestigen einer Plane abschloss.

Es war ein knappes Rennen, keine der Mannschaften holte an allen Stationen immer die beste Zeit. So waren etwa die Hochwasserprofs beim Aufpumpen des zu Beginn nur in einem kleinen Koffer verpackten Hydrobaffle am schnellsten und dafür das Schlusslicht beim Zusammenbau der Zylinder von Aquariwa. Hier punktete wiederum das StEB-Team mit Bestzeit von zweieinhalb Minuten. Am Ende hatte es auch bei der Gesamtwertung die Nase vorn, vor dem reinen Frauenteam des HKC.

Neue Veröffentlichung zu Wasser und Migration

Das World Water Assessment Programme (WWAP) der UNESCO hat eine neue Veröffentlichung zum Thema Wasser und Migration herausgegeben.

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Darin werden die Zusammenhänge zwischen durch Klimawandel verursachter Wasserknappheit, Jugendarbeitslosigkeit, Geschlecht und Migration beleuchtet.

Zudem bietet das Paper einen Überblick über Migrations-Ballungszentren, vor allem im Hinblick auf Ursprungs- und Durchgangsländer in Afrika, dem Mittelmeerraum, dem Mittleren Osten sowie süd- und ostasiatische Regionen.